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Freihalder und Arser schwelgen im Glück


Großartige Stimmung beim
40-jährigen Jubiläum der
deutsch-französischen
Partnerschaft

Von Jürgen Bigelmayr



Freihalden Harmonie, Herzlichkeit, Heiterkeit – dieser Dreiklang bestimmte die vier Tage von Christi Himmelfahrt bis Muttertag in Freihalden, wo die Bürgerinnen und Bürger das 40-jährige Gründungs-jubiläum mit ihrer Partnergemeinde Ars feierten. 59 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder aus der 1400-Seelen-Gemeinde bei Lyon waren über 728 Kilometer angereist – eine Entfernung, die in den Her-zen der Gastgeber und Gäste längst keine mehr ist.
Die diesjährige Partnerschaftsbegegnung war an Höhenpunkten ausgesprochen reich.

Es begann mit dem Empfang der Besucher am Donnerstag mit goldigen Gesangs- und Tanzeinlagen der Kindergartenkinder unter Leitung von Claudia Werner und Ulrike Fischer.

Am Freitag ging’s nach Ochsenhausen, von wo aus man mit der Öchsle-Bahn 19 entspannte und idyllische Kilometer bis nach Warthausen ratterte. In Oberstadion bewunderte die Gruppe nach einem köstlichen Mittagessen im architektonisch einladenden Bürgersaal das Krippenmuseum, das als das bedeutendste seiner Art in Deutschland gilt.
Der Freitagabend stand ganz im Zeichen des Heiligen Pfarrers von Ars. Erstmals war die Herz-Reliquie Jean-Marie Vianneys in Freihalden zugegen. Dekan Martin Finkel hielt in Vertretung des erkrankten Freihalder Pfarrers Monsignore Wolfgang Miehle die Herz-Jesu-Messe mit anschließender Anbetung und Auflegung des Herzens des Schutzpatrons.

Am Samstagvormittag öffnete der Belüftungsanlagen-Hersteller Robatherm seine zwei neuen Werkhal-len in Scheppach für die Jubilare. Parallel hatten die Jugendlichen riesigen Spaß beim Wakeboarding in Thannhausen.

Ausgelassene Stimmung herrschte beim Festabend im Sportheim Freihalden. Zur Musik der jungen Band „Bartender’s Best“ schlängelten sich immer wieder Polonaisen durch den Saal.
Foto: Andi Fieber

 


Zum absoluten Highlight des Part-nerschaftstreffens wurde der Festabend. Freihaldens Komitee-Vorsitzender Jürgen Bigelmayr fragte: „Welchen Wert hat diese Freundschaft in Zeiten des Hasses und des Unfriedens in der Welt?“ und gab gleich selbst die Antwort: „Einen unermesslichen Wert. Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass wir daran teilhaben dürfen.“
Ars‘ Komitee-Präsidentin Danièle Boussand meinte: „Wir dürfen stolz auf das sein, was wir gemeinsam geschaffen haben.“ Bürgermeister Richard Paccaud würdigte alle, die „Jahr für Jahr zu der Entwicklung dieser mustergültigen Freundschaft und Solidarität beigetragen haben“. Jettingen-Scheppachs Gemeindeoberhaupt Hans Reichhart bekräftigte: „Das Fundament, der Grundgedanke, durch die gegenseitige Verständigung das wahre Gefühl der europäischen Brüderlichkeit zu fördern und mit allen Mitteln den Frieden und die europäische Einheit zu erhalten, war und bleibt das Ziel dieser Partnerschaft.“
Passend dazu zitierte Monika Wiesmüller-Schwab, die stellvertretende Landrätin, Ernst Zacharias: „Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauernde Aufgabe.“ Wie eine Ehe, zu der die Arser mit einer lustigen Hochzeitseinlage die Verbindung zur „Jumelage“ herstellten. Heiner Wogurek setzte mit einem imposanten Feuerwerk noch einen drauf. Die Band „Bartender’s Best“ heizte musikalisch ein. Der Saal tanzte, und man blickte in lauter glückliche Gesichter. Das war bezeichnend für die großartige Stimmung während der gesamten vier Begegnungstage.
Abgestimmt zum durchgehend herrlichen Wetter während ihres Besuchs präsentierte die Delegation aus Ars beim Festabend das Gastgeschenk: eine Sonnenuhr. Sie wird an der Südfassade des Kindergartens ihren Platz erhalten.
Eine weitere Überraschung gab’s für Angelika Rogg-Bigelmaier, Josefine Rogg und Alfons Rogg. Als „ungemein engagierte Träger der Partnerschaft seit der ersten Stunde“ ehrte Komitee-Chef Jürgen Bigelmayr seine „drei wichtigsten Mitarbeiter“ mit Blumensträußen in den französischen Nationalfar-ben Blau-Weiß-Rot und Buchgeschenken.

„Bleibt verbunden! Lasst euch durch die Probleme dieser Welt nicht trennen!“ Diesen Appell richtete der Bischof von Augsburg, Dr. Konrad Zdarsa, am Sonntagvormittag bei einem Festgottesdienst in der voll besetzten Freihalder Pfarrkirche „Mariä Verkündigung“ an die Bürgerinnen und Bürger von Freihalden und Ars.
Der zweite Besuch des Diözesanbischofs in dem nur gut 800 Einwohner zählenden Ortsteil von Jettingen-Scheppach innerhalb von eineinhalb Jahren war der krönende Abschluss der denkwürdigen Jubiläumsfeier über vier Tage.
Zdarsa würdigte damit die am längsten bestehende, durchgehend gelebte deutsch-französische Gemeindepartnerschaft im Landkreis Günzburg.
In seiner Predigt stellte der Hauptzelebrant – ihm assistierte Pater Jean-Paul Bigonda aus Ars – die „Einheit unter den Menschen“ und die „Verbundenheit unter den Völkern“ in den Mittelpunkt. Gott, so Zdarsa, habe uns zur Eintracht und Einmütigkeit berufen. Die Barmherzigkeit, die in der Kraft der Versöhnung und dem Wille zur Vergebung zum Audruck komme, überwinde Hass, Zwietracht und Gewalt.

Franzosen und Deutsche im Großen wie Arser und Freihalder im Kleinen haben vorgemacht, was die wahre Liebe zu und von Gott vermag. Aus ehemaligen Kriegsgegnern sind enge Freunde geworden. „40 Jahre – das ist wunderbar und richtungsweisend“, lobte der Bischof die Gemeindepartnerschaft, ihre Gründer und Garanten über all die Jahre.
Umrahmt von den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und dem Spiel der Musikkapelle Freihalden-Oberwaldbach trug sich Zdarsa nach der Messe auf dem sonnenüberfluteten Pfarrer-von-Ars-Platz ins Goldene Buch des Marktes Jettingen-Scheppach ein.

Beim Eintrag ins Goldene Buch des Marktes Jettingen-Scheppach (von links): Bruder Basile Ramdé, Danièle Boussand (Komitee-Präsidentin Ars), Jürgen Bigelmayr (Komitee-Vorsitzender Freihalden), Bischof Dr. Konrad Zdarsa (sit-zend), Bürgermeister Hans Reichhart, Bürgermeister Richard Paccaud, Pater Jean-Paul Bigonda.
Foto: Andi Fieber.

 

Abschließend spendete er der vor der Rückfahrt stehenden Delegation aus Ars den Reisesegen. Nach dem Freundschaftskreis, in dem traditionsgemäß gemeinsam „Nehmt Ab-schied Brüder“ gesungen wurde, hieß es dann: Auf Wiedersehen im Jahr 2017 in Ars!
 

Zur Verabschiedung der Gäste bildeten Arser und Freihalder am Pfarrer-von-Ars-Platz in Freihalden traditionsgemäß den Freund-schaftskreis und sangen gemeinsam „Nehmt Abschied Brüder“.
Foto: Andi Fieber

 


Dankesadressen:

Im Namen des Ars-Komitees Freihalden danke ich allen, die zum Gelingen unseres diesjährigen Partnerschaftstreffens beigetragen haben.

Mein großer Dank gilt meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ars-Komitee Freihalden, die mit mir zusammen alle ihr Bestes gegeben haben, um dieses Jubiläums-Partnerschaftsbegegnung vorzubereiten und von Freihalder Seite aus zu gestalten.  

Vielmals gedankt sei allen Gastfamilien aus Freihalden und Umgebung für die Gastfreundschaft, die Sie ihren Gästen aus Ars erwiesen haben.

„Merci beaucoup“ sage ich unseren Freundinnen und Freunden aus Ars mit Komitee-Präsidentin Danièle Boussand und den anderen ehrenamtlichen Gremiumsmitgliedern.

Danke sage ich den beiden Bürgermeistern, Monsieur Richard Paccaud und Herrn Hans Reichhart, die mit ihrer persönlichen Teilnahme an unseren Begegnungstagen einmal mehr bekräftigt haben, dass die beiden Gemeinden Ars und Jettingen-Scheppach die Freundschaft zwischen Arsern und Freihaldern uneingeschränkt mittragen und unterstützen.

Vielen Dank und Merci beaucoup sage ich Cécile Mehringer, Sarah Gratz, Angelika Rogg-Bigelmaier, Isabelle Le Dieu de Ville und Frank Sieber für ihre Übersetzungsdienste jetzt und in den zurückliegenden Tagen.

Last but not least bedanke ich mich im Namen des Ars-Komitees Freihalden bei allen noch nicht genannten Helfern und Mitwirkenden.